SOULFOOD in der Sebastianskirche

 

SOULFOOD heißt die neue Veranstaltungsreihe der Evangelischen Kirchengemeinde Kochendorf. Die Idee dahinter ist die Begegnung von drei guten Dingen: Jazz, ein geistlicher Impuls und ein guter Wein. Pfarrer Volker Gemmrich - selbst passionierter Jazzposaunist - hat sich dazu mit Dr.Jürgen Dollmann aus Bad Wimpfen einen intimen Kenner der Heilbronner und Stuttgarter Jazzszene ins Boot geholt, der für die ersten drei Veranstaltungen im Sommer 2018 hochkarätige Besetzungen gewinnen konnte. „Bei SOULFOOD begegnen sich Jazz, geistliches Wort und Wein auf einer vergleichbaren Ebene. Alle drei haben die Kraft, uns im Innern zu bewegen und zu begeistern. Das wollen wir bei Soulfood für die Besucher erlebbar machen“, beschreibt Pfarrer Gemmrich das Konzept der Veranstaltung.

Die Musik ist zugleich der Bezugspunkt für den kurzen geistlichen Impuls. Als dritte Zutat zu SOULFOOD steuert der Kochendorfer Winzer Andreas Friedauer einen Wein des Abends bei, den er selbst vorstellen wird. 

 

 

Foto: Nadine Targiel

Ludwig und Benyamin Nuss bei SOULFOOD in der Sebastianskirche

„Wenn der Vater mit dem Sohne…“ , so textete und spielte Heinz Rühmann schon im gleichnamigen Film aus dem Jahre 1955 höchst erfolgreich. Auch Ludwig und Benyamin Nuss schreiben als Vater und Sohn an ihrer Erfolgsgeschichte – ihre gemeinsame Passion ist der Jazz!

Am 23.September um 17 Uhr sind die beiden Ausnahmemusiker mit ihrem neuen Album Songs & Ballads zu Gast bei SOULFOOD in der Evang. Sebastianskirche Kochendorf.

Der Vater: Posaunist und Komponist Ludwig Nuss, Jahrgang 1961, studierte in Köln bei Jiggs Whigham. Das Konzertexamen schloss er mit Auszeichnung ab und arbeitete zunächst als freischaffender Musiker in der Kölner Studioszene, machte zahllose Aufnahmen für Rundfunk, Fernsehen und Tonträger. Bevor er 1996 als Leadposaunist und Jazzsolist in die WDR Big Band Köln eintrat, war er ab 1992 Mitglied der SDR Big Band in Stuttgart. Daneben ist er heute in der deutschen und europäischen Jazzszene eine renommierte Größe seines Metiers. Er gibt Konzerte im Duo mit dem Pianisten Michael Abene, in seinem Trio mit John Goldsby und Benyamin Nuss und mit diversen Quartett- oder Quintett-Besetzungen. Als Sideman ist er auf zahlreichen Aufnahmen internationaler und nationaler Jazzgrößen, wie Bob Brookmeyer, Bill Holman, Vince Mendoza, Brecker Brothers, Peter Erskine, Bob Mintzer, Paul Kuhn, Bill Ramsey, Peter Fessler etc. zu hören.

Der Sohn: Pianist und Komponist Benyamin Nuss wird 1989 in ein hochmusikalisches Umfeld hineingeboren. Sein Vater Ludwig und dessen Bruder Hubert, als Jazzpianist ebenfalls international erfolgreich, förderten sein außerordentliches Talent von frühester Kindheit an. So wächst Benyamin nicht nur mit Musik der unterschiedlichsten Genres auf, sondern macht Klassik und Jazz regelrecht zu seiner Passion. Faszinieren ihn anfangs vor allem die Klangfarben und Harmonien der Impressionisten, so findet er bald mehr und mehr zu den Romantikern – Rachmaninow, Liszt und Chopin gehören noch heute zu seinen Lieblingskomponisten. Wie elegant und emotional er deren Musik verinnerlichte, beweisen die ersten Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, beim Steinway Wettbewerb (2005), beim internationalen Wettbewerb „Prix d’amadeo de piano“ (2006), sowie ein Stipendium der Hochbegabtenstiftung „Best of NRW“ (2008). Benyamin Nuss, der seinen Masterabschluss 2015 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Auszeichnung bestand, tourt heute in den renommiertesten Konzerthäusern der Welt, u.a. mit dem London Symphony Orchestra, Stockholm Philharmonic Orchestra, Tokio Philharmonic Orchestra, Konzerthausorchester Berlin, Kanagawa Philharmonic Orchestra, Chicago Pops Orchestra, WDR-Rundfunkorchester, Deutsche Radiophilharmonie etc.
Sein Debutalbum Nuss plays Uematsu, das Videospielmusik in einen klassischen Kontext setzt (2010, Deutsche Grammophon) schaffte es aus dem Stand in die Klassikcharts. Seine zweite Liebe gehört dem Jazz. So spielt (und komponiert) er mit seinem Fries-Nuss-Quartett und im Trio zusammen mit seinem Vater Ludwig Nuss und dem Bassisten John Goldsby.

Und nun Vater und Sohn: Ludwig & Benyamin Nuss mit ihrem Duo-Debüt Songs & Ballads
Die Entstehungsgeschichte dieses Albums, das Benyamin Nuss auf seinem Label PurrCat Music herausbringt, ist so ergreifend simpel wie einleuchtend. Und zeugt dabei von ebenso großer Kreativität wie tiefgehend musikalischem Einverständnis zwischen Vater und Sohn. Es zeugt von gegenseitigem Respekt für die Kunst des jeweils anderen – und von Humor und Leichtigkeit im Umgang miteinander.

„Das abendliche bzw. nächtliche Spielen von Jazzstandards und das Ausprobieren neuer Stücke ist ein fast tägliches Ritual im Hause der Familie Nuss. Kurz bevor die Lichter ausgehen, kommt von einem von uns die Frage: Sollen wir noch einen Spielen…? Dann fängt einer einfach an, der andere steigt ein – und ruckzuck ist es weit nach Mitternacht…“, so der Sohn.
„Im Laufe der letzten zehn Jahre sind wir immer mal wieder ins Tonstudio gegangen, um im Quartett, im Trio oder in den letzten beiden Jahren auch im Duo Aufnahmen zu machen. Oft war es so, dass Benny gerade sowieso zu Aufnahmen im Tonstudio war und ich dann nach meiner Arbeit mit der WDR Big Band noch vorbeigekommen bin, um ein paar Standards oder Eigenkompositionen aufzunehmen.“, ergänzt der Vater.

So reift der Entschluss, die kreativen nächtlichen Ausritte des Künstlergespanns zu konservieren und die besten Takes auf CD zu bannen. Die Auswahl fiel folgerichtig auf Standards, die sowohl Ludwig als auch Benyamin lieben. Beide haben ein Faible für langsame Stücke und, Ausnahmen bestätigen die Regel, Stücke, die sie herausfordern, wie z.B. die berühmte up-tempo Nummer Cherokee.
Jedem einzelnen der Stücke ist anzuhören, mit wie viel Mut zum Risiko, mit wie viel Lust und Experimentierfreude die Interpretationen entstanden sind. Ergänzt wird die Auswahl der acht Standards mit drei Eigenkompositionen, wobei Bad Day und Your Decision, zwei frühe Kompositionen von Benyamin und Gentile Jun, aus der Feder von Ludwig, zum festen Repertoire bei ihren Auftritten gehören.
Bemerkenswert auch, dass alle Takes, so, wie auf dem Album zu hören, eingespielt wurden – ohne Schnitte und nachträgliche Korrekturen.

Mit Songs & Ballads ist Ludwig und Benyamin Nuss ein wahrhaft beeindruckendes musikalisches Typogramm ihrer Vater-Sohn-Beziehung gelungen!