Herzlich willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Kochendorf mit Plattenwald und Oedheim

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Wir freuen uns, dass Sie sich für unser Gemeindeleben interessieren und wünschen Ihnen viel Spaß beim „Stöbern“.

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten


Wir freuen uns, dass wir wieder zur Feier von Gottesdiensten zusammenkommen können. Um dies weiterhin tun zu können, gibt es Infektionsschutzmaßnahmen: Einhalten der Abstandsregeln, Tragen einer medizinischen Maske während des Gottesdienstes, Desinfizieren der Hände am Eingang. Die Sitzplätze sind besonders markiert, so wird der Mindestabstand von 2 Metern eingehalten (in einem gemeinsamen Haushalt zusammenlebende Personen können näher zusammensitzen). Ferner erfassen wir Kontaktdaten, um im Fall der Infektion eines/r Gottesdienstbesuchers/in mit Covid-19, die Infektionsketten nachvollziehen zu können. Die Kontaktdaten werden vier Wochen nach dem Gottesdienst vernichtet.

Predigt über den Text Jesaja 5,1-7 am Sonntag Reminiscere, 28.02.2021, von Pfarrer Volker Gemmrich

Predigttext: Jesaja 5, Verse 1-7

Pfarrer Volker Gemmrich



5,1 Wohlauf, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg.
Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. 5,2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte. 5,3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! 5,4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? 5,5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. 5,6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. 5,7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, aber siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, und siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Liebe Gemeinde,
„Wohlauf, ich will ein Lied singen von meinem Freund und seinem Weinberg“, so fängt Jesaja seinen Vortrag an. Das klingt nach einem fröhlichen Lied, und das musste seine Zuhörer überraschen. Ein Prophet, der Weingeschichten in kunstvollen Reimen vorträgt? Die Israeliten kannten ihre Propheten, und sie fürchteten sie, denn meistens waren ihre Botschaften weniger angenehm. Das lag an der Aufgabe der Propheten. Die war es nämlich nicht in erster Linie, eine Art Weissager für die Zukunft zu sein. Vielmehr war es seit den Anfängen der Prophetie so ungefähr zur Zeit König Davids die Aufgabe der Propheten, am Puls der Zeit zu sein und das Geschehen am Königshof und in der Gesellschaft kritisch zu begleiten. Sie waren so etwas wie Anwälte Gottes und seiner Gerechtigkeit. Und wo sie Israel, Juda und ihre Könige davon abweichen sahen, da predigten Sie mit Gottes Wort dagegen an. Wie einen Spiegel hielten sie häufig den Königen und dem Volk ihre Taten entgegen. Und das tat nicht selten richtig weh. Hätte es damals schon ein Politbarometer gegeben wie bei uns wieder am Freitag abend, dann hätte ein Prophet wie Jesaja wahrscheinlich gar nicht gut dabei ausgesehen.

Umso mehr muss es überraschen, dass da, wo eigentlich alle vom Propheten Zurechtweisung erwarten, plötzlich ein Liebeslied zu hören ist. Tatsächlich, was wir gehört haben, das ist ein Liebeslied, denn Winzer und Weinberg, das war zur damaligen Zeit ein gängiges Bild für Braut und Bräutigam. Und die Liebe dieses Winzers zu seinem Weinberg ist offensichtlich: Statt einfach nur zu hacken, gräbt er richtig tief um, sammelt die Steine ab, baut ringsum eine Mauer, damit Wind und Tiere keinen Schaden anrichten. Er pflanzt edle Reben und baut einen Wachtturm, nicht die übliche einfache Hütte. Eine Kelter gräbt er in den Boden, in der der Saft aus den dicken Trauben getreten werden soll, er lässt es wirklich an nichts fehlen.

Ich sehe den Winzer vor mir, wie er plant, wie er ackert, wie er sich freut, wie er sich selbst einbringt, wie er hofft – und, wie er enttäuscht wird. Auf einen Schlag verdunkelt sich das freundliche Bild von der Liebe des Winzers zu seinem Weinberg. Ein einziger kleiner Satz kippt die Stimmung um: … „aber er brachte schlechte“. Nur kleine saure, saftarme Beeren hängen an den Trauben; daraus wird kein Wein, schon gar kein Guter. Aus hoffnungsvoller Liebe wird enttäuschte Liebe, und unversehens entpuppt sich das Lied des Jesaja als eine Szene vor Gericht.

Wir selbst sind zum Urteil aufgerufen und wer zuhört weiß, dass hier weder über Winzer und Weinberg, noch über Braut und Bräutigam zu urteilen ist, sondern über die eigene Person und das eigene Volk. Denn jetzt ist klar, was Jesaja sagen will: Das Lied über den Weinberg ist ein Gleichnis über Gott und sein Volk. Gott selbst ist der enttäuschte Winzer, und der Weinberg, das ist sein Volk, das ihm die liebevolle Zuwendung nicht danken will. Die Verfehlungen Israels sind eindeutig: Statt Rechtsspruch, Rechtsbruch, statt Gerechtigkeit, Geschrei über Schlechtigkeit, so heißt es im Text.

So eindeutig muss das Urteil darüber ausfallen, dass Jesaja die Antwort der Zuhörer gar nicht abwartet. Die Frage, was er denn noch tun könne, ist rein rhetorisch. Der Winzer gibt den Weinberg auf: Keine schützende Mauer mehr, keine Pflege, nichts mehr.  Disteln und Dornen sollen stattdessen die Zukunft dieses Weinbergs sein. Man kann sich leicht ausmalen, was der Prophet mit diesem Bild für die Zukunft des Volkes ausdrücken will.

Eine erschreckendes Zukunftsbild. Erschreckend auch, weil wir uns davon genauso angesprochen fühlen müssen wie die damaligen Zuhörer und weil Jesaja uns nicht den Gefallen tut, am Ende doch noch die Hoffnung auf Gnade stehen zu lassen, Gott bleibt in diesem Text unversöhnlich bis zum Schluss.

Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber bei mir hat sich auch Widerspruch geregt gegen diesen Text, sosehr das Urteil Gottes auch nachvollziehbar ist. Wirkt hier Gott nicht wie ein enttäuschter Liebhaber, der in seinem Stolz verletzt ist und ein bisschen wie ein trotziges Kind reagiert? Ich vermisse den verständnisvollen, den gnädigen Gott, der um unsere Schwächen weiß und uns dennoch unsere Liebe zu ihm nicht abspricht, wenn wir mal schief liegen.

Dieses Gleichnis klingt dagegen sehr nach Berechnung: Da investiert einer und ist dann enttäuscht, wenn sich diese Investition für ihn nicht rechnet. Kann man Gottes Urteil hier überhaupt anders verstehen als einen Ausdruck verletzter Eitelkeit? Ist Gott wirklich so erschreckend menschlich, dass bei ihm ebenso wie bei uns aus enttäuschter Liebe nur allzu leicht Hass wird?

Ich versuche, Jesaja zu verstehen und merke, dass sich diese Fragen für ihn so gar nicht gestellt haben. Für ihn war es schlichtweg unbegreiflich, wie Israel die Liebe Gottes so ins Leere laufen lassen konnte. So eng war doch die Beziehung Gottes zu seinem Volk, dass er mitten unter ihnen wohnte, erst in der Stiftshütte bei dem Weg durch die Wüste, dann im Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels. „Ich will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein“, darin bestand der Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hatte. Und wir Christen sind in diesen Bund eingeschlossen, das gilt durch unseren Glauben und unsere Zugehörigkeit zu Christus.

Auf diese Liebe nicht zu antworten, das ist für Jesaja eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Es würde geradezu der Lebensaufgabe Israels als Volk Gottes widersprechen. Auf Gottes Liebe nicht mit Liebe zu antworten, das wäre im Bild des Gleichnisses gesprochen ungefähr so wie ein Weinberg, der nicht Weinberg sein will, der sich konsequent weigert, Früchte zu tragen und dadurch seinen Sinn verliert. Verfehltes Leben, das dadurch zu Stande kommt, dass wir Gottes Liebe ins Leere laufen lassen.

Nun ist es aber auch Tatsache, dass sehr viele Menschen genau das tun: die Liebe Gottes ins Leere laufen lassen. Und es wäre gelogen zu sagen, dass alle diese Menschen deswegen schlechte Menschen wären. Ich glaube Gott spricht uns auf ganz anderer Ebene an: Versuchen wir es doch einmal so in diesen Tagen: Es ist Passionszeit. Und wer es mit dem zeitlich begrenzten Verzicht auf lieb gewordene Genussmittel oder ähnliches nicht so hat – dazu zähle ich mich selbst auch - der mache sich doch klar, dass es in dieser Zeit ja eigentlich gar nicht in erster Linie um ein Weniger geht, sondern um ein „Mehr“. Ein Mehr an Gedanken und Zeit mit Gott. Ein Mehr am Sich-Kümmern um die Beziehungen, in denen wir leben – diese Richtung meine ich. Und dazu fallen mir in Anlehnung an unseren Predigttext weitere Verse aus dem Neuen Testament ein, die eine Richtung geben könnten: Etwa aus dem Johannes-Evangelium im 15. Kapitel: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wenn Jesus uns an seinen Tisch ruft und in Brot und Wein gegenwärtig ist, dann wächst und wirkt Christus selbst in uns und wir staunen, wozu er uns auf einmal gebrauchen kann, ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Es ist sagenhaft schön, liebe Gemeinde, wenn Sie dann plötzlich neben sich stehen und spüren, ich hab’ ja tatsächlich Liebe in mir, weil ich selbst etwas erfahren und verstanden habe von der Liebe, die Gott für mich hat. Wer sollte da noch etwas anderes sein wollen als einfach nur eine Rebe in Gottes Weinberg?
Amen.


Fürbitte

Herr Jesus Christus,
Wir danken dir, unser Gott, für den ernsten Zuspruch deines
Wortes. Wir haben dich oft enttäuscht, Doch du redest noch mit uns. Was wären wir ohne dein Wort? Ein Weinberg ohne Mauern, ein Haus ohne Hüter, ein Land ohne Regen und Segen.

Wir bitten dich für alle, die sich schutzlos fühlen und ausgeliefert einer eigensüchtigen Welt.
für alle, die sich fürchten vor denen, die mächtiger sind als sie, die sich klein fühlen neben denen, die großspurig daherkommen, weil ihnen scheinbar alles gelingt.

Du Gott, hast uns viel anvertraut. Schenke uns deine Sicht der Dinge, damit wir tun, was die Situation von uns fordert in deinem Dienst.
 

Noch kein sichtbarer Fortschritt bei Kirchgarten und Neubau

Schon über ein Jahr ist es her, dass wir im Kirchgarten zusammen mit Bürgermeister Frey einen symbolischen ersten Spatenstich gemacht haben. Vorgesehen war, dass wir in diesem Jahr unsere Planungen umsetzen können. Dass bis heute nichts geschehen ist, hat mehrere Gründe. Entscheidend sind dabei vor allem die nach Beseitigung des Wildwuchses sichtbar gewordenen Schäden an Wehrmauer und Kirchensockel, sowie die Auflagen der Denkmalpflege bei der Neugestaltung des Kirchgartens. Nach wie vor haben wir aber einen sehr erfreulichen Spendeneingang. Inzwischen sind rund 35.000 € zusammengekommen. Dafür allen Geberinnen und Gebern ganz herzlichen Dank!

Inzwischen hat ein Fachbetrieb den Zustand der Wehrmauer und des Kirchensockels entlang des Kirchgartens untersucht und die Schäden dokumentiert. Insbesondere an den Natursteinplatten, die als Mauerkrone die Wehrmauer abschließen, gibt es starke Verwitterungs- und Bewuchsschäden. Hier sind Sanierungsarbeiten unumgänglich. Im Oktober ist nach einjähriger Bearbeitungszeit die Stellungnahme der Denkmalpflege zu den Gestaltungsplänen eingegangen. Erfreulicherweise wurde die beantragte Installierung eines Geländers entlang der Wehrmauer genehmigt. Dieses wird zur Herstellung der Verkehrssicherheit des Kirchgartens benötigt. Schwierig gestalten sich aber die Auflagen für die vorgesehenen Erdarbeiten. Diese setzen archäologische Untersuchungen nach vorgeschriebenen technischen Verfahren voraus, die sehr kostenintensiv und schwer zu kalkulieren sind, weil im Verlauf der Untersuchungen mit Rettungsgrabungen zu rechnen ist. Der Kirchengemeinderat hat deshalb entschieden, sich vorerst nur auf die Erschließung und Sicherung des Kirchgartens zu beschränken. Vorstellbar wäre daher, dass der Kirchgarten nach den notwendigen Arbeiten an der Mauer und am Kirchensockel lediglich durch ein umlaufendes Geländer gesichert und die Fläche erst einmal mit Rasen eingesät wird. So wird der Kirchgarten für die Gemeinde zumindest zugänglich und nutzbar gemacht und dem fortschreitenden Verfall ist Einhalt geboten.

 

Beim Neubau von Pfarramt, Gemeinderäumen und Pfarrwohnung sind wir gegenwärtig in der Abstimmungsphase mit Stadtrat und Oberkirchenrat. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 04.03.21 | Studientag zu Online-Abendmahl

    Die Landessynode hat sich am 20. Februar mit vielen Fragen rund um die Feier des Abendmahls im Rahmen digitaler Gottesdienste beschäftigt. Dabei wurde das Thema von allen theologisch und seelsorgerlich wichtigen Seiten in Referaten und Arbeitsgruppen beleuchtet.

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  • 03.03.21 | Demokratie-Aktion für junge Leute

    Kirchliche Kinder- und Jugendgruppen sind eingeladen, sich mit eigenen Projekten an der Aktion „Demokratie bewegt – werde aktiv für ein faires Miteinander“ von Landeskirche, EJW und ptz zu beteiligen. Kleiner Anreiz: Jede teilnehmende Gruppe erhält 100 Euro für die Gruppenkasse.

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  • 03.03.21 | Weltgebetstag 2021 aus Vanuatu

    Am 5. März findet der Weltgebetstag statt, den Frauen aus Vanuatu unter dem Motto „Worauf bauen wir?“ vorbereitet haben. Hier erzählt die Journalistin Katja Buck erzählt von ihrer Reise in den pazifischen Inselstaat. In unserer Landeskirche gibt es viele Aktionen zum Mitmachen.

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