50 Jahre Christuskirche

50 Jahre Christuskirche

Christuskirche Oedheim 1957

Im Jahr 2007 konnten wir in Oedheim  feiern. Die Christuskirche wurde 50 Jahre alt.

In der Ortsbeilage des Evangelischen Gemeindeblatts für Württemberg vom Oktober 1956 schreibt Pfarrer Gerhard Hammer:  „Der Grundstein wurde am 22. Juli (1956) gelegt. Die Posaunen des Neckarsulmer CVJM unter der sicheren Leitung ihres bewährten Dirigenten Paul Weber umrahmten die Feier. Nach Gebet und Ansprache durfte ich die Urkunde verlesen, die folgenden Wortlaut hat: 'Christus ist unser Friede' Im Namen des dreieinigen Gottes und im Vertrauen auf seinen gnädigen Beistand legen wir heute, am Sonntag, den 22. Juli 1956, im Rahmen einer schlichten Feier den Grundstein zu der evangelischen Kirche in Oedheim. Mit der Verleihung des Namens 'Christuskirche' bringen wir zum Ausdruck, dass dieses Gotteshaus dem geweiht sein soll, von dem die Heilige Schrift sagt, dass in seinem Namen sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters.“

Der Bau der Kirche war notwendig geworden, da die Evangelischen in Oedheim auf 400 angewachsen waren, hauptsächlich Flüchtlinge des 2. Weltkrieges. Gottesdienste wurden in der Privatwohnung der Eheleute Weber, die damals das Ihleinsche Geschäft, heute die Neuberg-Apotheke, übernommen hatten. Später fanden dann Gottesdienste in der katholischen Kinderschule statt, die die bürgerliche Gemeinde 8 Jahre unentgeltlich zur Verfügung stellte. Dies entsprach nun aber nicht mehr dem Selbstbewusstsein einer wachsenden evangelischen Gemeinde. Eine Platzspende des fast 80 jährigen Dietrich Freiherr Capler von Oedheim, genannt Bautz, dessen Familie seit Jahrhunderten evangelisch war, ermöglichten es der evangelischen Kirchengemeinde, den Platz für den Kirchenbau zu erwerben.

Mit der Planung wurde der Stuttgarter Architekt Prof. Hannes Mayer beauftragt, der auch schon die Kochendorfer Kirche, das Pfarrhaus und den Waldau-Kindergarten plante. Mit den Maurerarbeiten wurde die Firma Mangold und mit den Dachdeckerarbeiten die Firma Baumann aus Heilbronn beauftragt. Die Zimmer- und Flaschnerarbeiten wurden von den Oedheimer Handwerkern Binnig und Leitz durchgeführt. Mit großer Begeisterung machten sich die Oedheimer unterstützt von den Kochendörfern an die Arbeit. Pfr. Hammer schrieb im August 1956: „...Ich darf sogar sagen, dass diese Freude nicht nur in mir so lebendig ist, sondern dass viele Gemeindeglieder, die in Oedheim wohnen, ebenso von ihr ergriffen sind. Ach, ihr hättet die Bilder erleben sollen, als da manchmal bis zu 40 Mann auf unserer Baustelle völlig freiwillig arbeiteten, wie uns bei dem prallen Sonnenschein und dem – ach so felsigen – Boden oft das Wasser buchstäblich herunterlief, wie dann die Frau unseres Kirchengemeinderates Hanselmann mit kaltem Tee oder eben erst hergestelltem eisgekühltem Himbeersaft kam, um uns zu erfrischen, wie in der Frühe um ½ 5 Uhr schon der Oedheimer Arzt (Dr. Schönfelder; Anmerkung Braungart) in kurzen Hosen vor „seiner“ Baustelle stand und sich schon vor Sonnenaufgang den Schweiß abwischen musste, wie ein katholischer Oedheimer, den seine evangelische Frau zu dieser Arbeit aufgefordert hatte, nun an ihrer Stelle den Kampf mit dem so zähen Lehmboden aufnahm, wie der Kochendorfer Jugendkreis mit Freude und Begeisterung, an die 15 Mann stark, den Oedheimern hilfsbereit zur Seite stand! Ihr Lieben, das kann man alles gar nicht so beschreiben, das muss man erlebt haben, dann wird man meine Freude verstehen!“

Nach großem Arbeitseinsatz und mit finanzieller Unterstützung der Landeskirche (20.000 DM Zuschuss und 40.000 DM zinsgünstiges Darlehen) und des württembergischen Gustav-Adolf-Werkes wurde die Christuskirche am 7. April 1957, dem Sonntag Judica, vom Heilbronner Prälaten Lempp feierlich eingeweiht.

Das waren noch andere Zeiten: An diesem Sonntag wurden in der Landeskirche weitere drei Kirchen vom Landesbischof und den Prälaten eingeweiht.

In Anwesenheit der gesamten Pfarrerschaft des Kirchenbezirks, des katholischen Pfarrers Hartmann, des Vertreters des Landrats, Herrn Oberregierungsrat Köpf, und des Bürgermeisters Natterer wurde die Christuskirche feierlich eingeweiht. Prälat Lempp wählte als Bibeltext den Losungstext vom 7.4.1957: „Ich bin's der Gerechtigkeit lehrt und ein Meister ist zu helfen.“ Er führte aus. „Gott ist nicht nur ein Meister zu helfen, ein Lehrmeister der Gerechtigkeit, sondern er ist ein Baumeister der Gemeinde; denn ihr lieben Oedheimer, dieser Bau ist fertig, aber jetzt beginnt erst recht der Bau. Diese Kirche ist wunderschön und doch, wenn sie ein Haus ohne Gemeinde wäre, dann würde all diese Schönheit nichts nützen, denn der eigentlich schöne Schmuck einer evangelischen Kirche, das ist die Gemeinde, die kommt und lobt und dankt und preist und die Hände faltet und glaubt an diese Botschaft des Evangeliums.“

Das ist wahrlich eine gute und noch aktuelle Mahnung, die auch heute noch gilt. In diesem Sinne feiern wir am Sonntag, den 22. April 2007 das 50-jährige Kirchenjubiläum. Wir beginnen mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr, den das Ehepaar Hans Gerhard und Elisabeth Hammer aus Brettheim musikalisch mitgestalten wird. Nach den Grußworten gibt es im Gemeindehaus ein einfaches Mittagessen und am Nachmittag laden wir zu Kaffee und Kuchen.    Pfr. Dr. Karl Braungart

Bilder zum Jubiläumsgottesdienst am 22. April 2007